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Articles - Depeche Mode - Konzert-Highlight in Zürich (18.06.2017)

Global Spirit-Tour im Letzigrund Zürich - ein elektronischer Sommernachtstraum

Zum Glück blies ein wenig der Wind, sonst wäre die sommerliche Temperatur in und ums Stadion Letzigrund in Zürich noch stärker rübergekommen - vor allem durchs wenig längere Anstehen aufgrund der Sicherheit der Konzertbesucher. Analog zum Konzert von Guns N’Roses vor knapp zwei Wochen war derselbe Veranstalter bedacht an selber Stätte nach den Anschlägen von Manchester und London sein Sicherheitsdispositiv zu erhöhen. Mit Ess- und Trinkständen rund ums Stadion war am Sonntag, 18. Juni 2017, für das leibliche Wohl gesorgt. Strategisch gut fand man auch die Merchandise-Stände mit verschiedenen T-Shirts zur „Global Spirit-Tour“ und auch Konterfeis von den Stars – einzeln oder die ganze Band. Zum mittlerweile gängigen, aber hohen Preis von 50.- CHF für ein T-Shirt war man dabei. Zu günstigeren Preisen erhielt man Kaffeetassen, Bändchen, Schlüsselanhänger oder das Tour-Buch.

Um 16:00 Uhr öffneten die Türen und der Support-Act Algiers begann um 19:00 Uhr mit der Show. Das US-Quartett aus Atlanta spielt ein Stil der am Ehesten mit Indie Rock zu umschrieben ist. Etwas mehr als 30 Minuten dauerte der Auftritt von Gitarrist und Sänger Franklin James Fisher, Bassist Ryan Mahan, Lee Tesche zupft die Saiten an der zweiten Gitarre und Schlagzeuger Matt Tong.

Nach einer Umbauphase wurde es pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk um 20:15 Uhr laut unter den 30000 Fans als das erste von zwei Intros, Revolution (The Beatles) und Remix Version von Cover Me inkl. Video, über die Boxen bzw. Screens kam. Der Lautstärkepegel unter den Konzertbesuchern stieg nochmals an und es bebbte regelrecht im Stadion als die Hauptakteure auf der Bühne erschienen – die bekannteste Elektro/Pop-Band des Planeten -  Depeche Mode – und mit Going Backwards vom aktuellen Album Spirits (VÖ: 17.03.2017) loslegten! Die Ur-Mitglieder Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher wurden live, wie bereits auf der Delta Machine-Tour, durch Schlagzeuger Christian Eigner und Peter Gordeno an den Keyboards unterstützt. Einen kurzen Vorgeschmack vom neuen Album gab es am 23.03.2017 für ein paar glückliche Fans am Rande der Baselworld (Uhren – und Schmuckmesse) am Stand von Hublot im intimen Rahmen, aber nun folgte die Kür. Mit 5 Liedern war das aktuelle Album gut vertreten und die teils gesellschaftskritischen und politischen Texte klangen im Letzigrund. Nebst neuerem kam der enorme Back-Katalog zum Zug. Es reihte sich Hit an Hit. Man könnte nun behaupten die Briten bleiben bei Schuster’s Leisten, aber dem ist nicht so. Bei älteren Songs wird meist ein neuer Remix verwendet oder gar eine akustische Version den Fans präsentiert. Zu Letzterem gab Gitarrist Martin Gore mit seiner Gitarre begleitet durch Keyboarder Peter Gordeno mit A Question of Lust ein schönes Beispiel. Da kam man das erste Mal an diesem Abend, trotz der hohen Temperatur, ein wenig Gänsehaut ins Spiel. Ansonsten war Party angesagt. Die Leute liessen es sich gut gehen und gingen mit. Es wurde auch ohne Aufforderung durch die Band-Mitglieder mitgesungen, geklatscht oder im hinteren Block oder auf den Rängen, wo ein wenig mehr Platz war getanzt. Selbst draussen vor dem Stadion waren einige hundert Fans versammelt und erlebten nur mit akustischer Untermalung einen sichtlich fröhlichen Abend. In Bühnennähe standen die Hardcore-Fans dicht gedrängt. Leider erlitt kurz vor Beginn der Show ein Fan einen Kreislaufkollaps und verpasste so einen Teil der Show. So ein Pech, da ist man früh im Stadion, bezahlt für die Bühnennähe einen höheren Preis und macht die Schraube. Trinken war trotz angenehmem Lüftchen angesagt. Sonst waren keine Vorkommnisse bekannt und der Abend oder besser der elektronische Sommernachtstraum verlief friedlich ab. Hier zu erwähnen, dass die Veranstalter Act Entertainment mit Live Nation und die Security und Helfer einen tollen Job machten.

Noch nie erlebte ich ein schlechtes Depeche Mode und dies blieb auch nach dem Konzert vom Sonntag. Was ändert ist neben der Setliste auch die Kleiderwahl, die Bühne und Deko. Vertrauten Martin Gore und Andrew Fletcher auf Schwarz als Outfit, trug Frontmann zu einer schwarzen Hose ein rotes Jackett und rote (!!) Stiefel – ein wenig diabolisch kam es rüber, aber in den typischen Bandfarben. Sein Jackett zog er jedoch bereits beim zweiten Song aus, da es Ihm vermutlich zu heiss wurde in Kombination mit seinen typischen schlangenhaft anmutenden Bewegungen und so blieb noch ein Gilet übrig als Oberteil. Wohl hätten die vielen weiblichen Fans auch nichts gehabt wäre auch das Teil weggefallen. Dave Gahan hinterliess einen tollen Eindruck. Nebst gesanglichen und Animations-Qualitäten lachte er auffallend viel Richtung Publikum und dies kam nicht gespielt rüber, sondern stand wahre Freude am Event ins Gesicht geschrieben. Auch Martin Gore lächelte ab und an, insbesondere als er bemerkte während des Songs Where's the Revolution, dass Gahan hinter seinem Rücken Spässe trieb. Einzig Andrew Fletcher blieb gewohnt cool. Ok, er animierte das Publikum mit seinen auf und ab Armbewegungen oder winkte gar Richtung Konzertbesucher – auch nicht alltäglich. Apropos Besucher; Das Publikum war bunt gemischt, sei es in Alter, Outfit oder was auch immer. Man sieht selten den typischen Open Air-Besucher, den Gruftie, den Metaller bis zur Dame im sexy Party-Outfit so zusammen. Und alle hatten Ihren Spass und sahen von Ihren Platzen auf die Bühne. Im Gegensatz zu den meisten Bands dieses Kalibers war die teils beleuchtete, Richtung Stadionmitte leicht abfallende Rampe von geschätzten 15 m Länge nicht in der Bühnenmitte, sondern auf der rechten Seite angebracht. Die Fans hatten Ihre helle Freude, wenn mal einer Ihrer Stars den Weg auf die Rampe fand. Das erste Mal geschah es bei Cover Me durch Gahan. Am besten sah es aus durch denselben Darsteller als er seine Arme in rascher Abfolge über den Kopf links und rechts bewegte und die Fans bis zuhinterst Ihm nacheiferten. Das sah von den Rängen einfach nur geil aus! „Music for the Masses“ eben, gar nicht abwertend zu verstehen. Damit die Fans in den hinteren Reihen auch was sahen, waren insgesamt drei Leinwände im Einsatz – Bühnenmitte und links und rechts der Bühne. Darüber wurden Bilder bis zu Videos vornehmlich von Künstler und Freund der Band, Anton Corbijn, eingespielt. Freunde werden Sie nie liest man oft im Blätterwald, wenn über die drei verbliebenen Band-Mitglieder geschrieben wird. Vielleicht um das zu widerlegen, suchte Gahan oft die Nähe oder applaudierte den beiden anderen. War das auch auf der letzten Tour der Fall oder täusch ich mich? Schreibt ansonsten ein Kommentar auf unserer facebook-Seite zu diesem Beitrag.

Die britische Band spielte ein tolles Konzert mit einer Länge von 135 Minuten (inklusive Pause von 3 Minuten). Man sollte keine Höhepunkte benennen, aber ich mach’s trotzdem. Die Erinnerung an den grossartigen David Bowie mit dem Lied Heroes, die Atmosphäre bei Enjoy the Silence, A Question of Lust in akustischer Version und der gesamte Zugabe-Block mit vielen Jugenderinnerungen hoben sich ab. Einzig vermisse ich seit Jahren People Are People auf der Setliste. Den Fans gefiel es und das Konzert fiel sehr positiv aus, nimmt man die Gesprächen nach dem Konzert als Gradmesser.

 

Setliste Depeche Mode (Sonttag, 18.06.2017, Stadion Letzigrund)

Intro 1: Revolution (Cover von The Beatles)

Intro 2: Cover Me (Remix Version mit Video)

Going Backwards, So Much Love, Barrel of a Gun (mit Teilen von The Message von Grandmaster Flash), A Pain That I'm Used To (Remix Version), Corrupt, In Your Room, World in My Eyes, Cover Me, A Question of Lust (akustisch; Gesang von Martin Gore), Home, Poison Heart, Where's the Revolution, Wrong, Everything Counts, Stripped, Enjoy the Silence, Never Let Me Down Again

Bonus: Somebody (halb-akustisch; Gesang von Martin Gore), Walking in My Shoes, Heroes (Cover von David Bowie), I Feel You, Personal Jesus

 

Photos / Text: Daniel Strub

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