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Helloween – 33 Jahre Bandhistorie live auf der Pumpkins United-Tour – Stopp Samsung Hall

Geschichtlicher Anschauungsunterricht in Sachen Metal gab es am Freitagabend, 10. November 2017, in der Samsung Hall in Zürich-Dübendorf. Die 1984 gegründete deutsche Speed Metal-Band Helloween präsentierte nicht einfach ein Best of-Abend in gewohnter Manier, sondern liess bis auf fünf (Ex.)Mitglieder die Protagonisten der vergangenen Jahrzehnte auf der Bühne aufmarschieren. Rund 2500 Metalheads oder „Kürbis-Fans“ liessen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Dies obwohl ein paar Kilometer entfernt Die Toten Hosen eines Ihrer ausverkauften Konzerte im Hallenstadion gab. Laut Aussagen von Bekannten kam es wohl beim Einlass zu Wartezeiten, da nur zwei Türen geöffnet waren und der eigentliche Konzertsaal länger geschlossen blieb. Der Balkonbereich stand nicht zur Verfügung und so stand eine geballte Ladung an Old School-Metaller und erstaunlicherweise einiger jüngerer Fans, die wohl von Ihren Eltern infiziert wurden, vor der Bühne.

Die deutsche Pünktlichkeit sei Dank, erklang das Intro in Form von Robbie Williams‘ Let Me Entertain You um Punkt 20:00 Uhr. Blicke auf die Bühne blieben verwehrt, da ein schwarzer Vorhang die Sicht verdeckte. Einzig das rote Licht auf den Seiten und schemenhafte Umrisse von über dem Kopf klatschenden Musikern nahm man wahr. Dann war es soweit, der Vorhang fiel und passend eröffnet wurde der Abend mit dem epischen Halloween. Die Bühne bestand aus zwei Ebenen. Auf der Obersten war, wie gewohnt das Schlagzeug positioniert, aber während des Konzertes „verirrten“ sich auch die anderen Musiker und Sänger auf diese Etage. Ein Bühnensteg „ins Publikum hinaus“ wurde rege genutzt und sorgte durch die Animation der Musiker immer für gute Stimmung – Jubelrufen, Mitklatschen etc.. Der Bühnenhintergrund war eine grosse Leinwand, wo neben Video-Sequenzen, Live-Mitschnitten (tolle Kameraperspektive vom Drummer) auch die beiden „Moderatoren“ Seth & Doc, wenn die Sänger nichts mehr zu sagen hatten, grüssten oder Ihre Scherze miteinander trieben – fand ich abwechslungsreich und sehr unterhaltsam. Ansonsten gehörte die mit vielen orangen Kürbis-Anleihen verzierte Bühne den Musikern.

Bis auf den 1993 verstorbenen Schlagzeuger Ingo Schwichtenberg war die Ur-Formation mit Sänger und Gitarrist Kai Hansen, Michael „Weiki“ Weikath an der Gitarre und Bassist Markus „Zunge raus & strahlen“ Grosskopf zugegen. Natürlich durfte in Zusammenhang mit den Achtzigern Erfolgen von den Alben Keeper oft he Seven Keys I und II Michael „The Voice“ Kiske nicht fehlen. Aus der Besetzung der letzten Jahre waren Kiske-Nachfolger Andi Deris, Gitarrist Sascha Gerstner (fiel Frisur-mässig durch seinen Emo-Look gegenüber den Mitmusikern auf, Johnny Depp’s Edward Scissorhands lässt grüssen war der erste Gedanke) und Daniel „Dani“ Loeble am Schlagzeug am Start. Mit Ausnahme der Sängergilde waren alle Musiker während den rund 170 Minuten (inklusive 2 Zugaben-Blocks) am Musizieren. Nach 10 Konzerten in Mittel – und Südamerika bedeute die Show in der Region Zürich die 11. und gleichzeitig erste auf dem „alten Kontinent“. Wie Kiske erläuterte, kränkelten die meisten von Ihnen und Hansen hätte sogar „die Pest“ – Kiske, Du Scherzkeks! Von stimmlichen Defiziten war insbesondere in hohen Tonlagen was zu vernehmen oder eben nicht. Ein Luxusproblem hatte man auf dem Gitarrenposten, obwohl zeitweise eine davon nicht über die PA kam. Mit deren Drei konnte man neben der Choreographie auch ordentlich die Saiten zupfen, dagegen musste Grosskopf in Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Loeble für die Rhythmik und den Groove sorgen. Ok, Loeble wurde in der Mitte des Sets durch Ingo Schwichtenberg unterstützt. Wie geht das, fragt Ihr Euch?!? Via Leinwand wurde Videomaterial des verstorbenen Drummers eingespielt und wie zu einem „Battle“ schlug Loeble mit. Dies war der wohl emotionalste Moment der Show und nicht wenige Fans riefen „Ingo, Ingo“.

Das Set bestand aus vielen Klassikern, aber auch neueren Liedern und wurde einzeln, aber öfters im Duett, von Kiske, Deris und Hansen vorgetragen. Gefühlt nach Atmosphäre kamen die Songs von Kiske und Hansen ein wenig besser an beim Publikum als die von Deris. Das hat vermutlich zu tun, dass viele Fans sich auf das Comeback der alten Helden freuten und nun es tatsächlich passierte. Die Duette von Deris und Kiske waren jedoch sehr gut und es herrschte nicht nur zwischen den Sängern eine spürbar gute Chemie. Da hat sich im Vorfeld und während dem ersten Tour Drittel eine Einheit gebildet. Die Blicke und Gestik manifestierten diesen Eindruck und schliesslich kennt man sich aus gemeinsamen Projekten und Bands wie Unisonic. Durch die bekannten Lieder, den tollen Posen und Seth & Doc wurde einem immer was geboten und ich ertappte mich einzig bei der Ballade Forever and One (Neverland) dabei auf die Uhr geschaut zu haben. Mit A Tale That Wasn't Right, Eagle Fly Free oder Future World holten Sie nicht nur mich ab. Die Stimmung über’s ganze Konzert hätte jedoch aufgrund des Dargebotenen noch besser ausfallen sollen, was beim Höhepunkt - Keeper of the Seven Keys – an Resonanz von Seiten Publikum an die Musiker zurückkam.

Es brauchte tatsächlich keine zweite Band als Support. Man hatte ja schliesslich die Symbiose aus zwei Helloween-Formationen und einer langen Spielzeit mit Liedern einer Retrospektive gleich. Ins Auge stach der Merchandise-Stand im Eingangsbereich mit einer Vielzahl an Artikeln zu fairen Preisen. Ein T-Shirt ging als Beispiel der Preispolitik für 30.- CHF über das Absperrgitter weg.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Tour nicht die Letzte war in dieser Zusammenstellung. Wer Gelegenheit hat ein Konzert der Pumpkins United-Tour zu sehen, sollte sie nutzen – Prädikat empfehlenswert!

 

Setliste Helloween (Fr, 10.11.17, Samsung Hall)

Intro: Let Me Entertain You (Robbie Williams Lied, ab Band, *grins*)

Halloween (Michael Kiske & Andi Deris), Dr. Stein (Michael Kiske & Andi Deris) , I'm Alive (Michael Kiske), If I Could Fly (Andi Deris), Are You Metal? (Andi Deris), Rise and Fall (Michael Kiske), Where the Sinners Go (Andi Deris), Perfect Gentleman (Michael Kiske & Andi Deris), Starlight/Ride the Sky/Judas/Heavy Metal (Is the Law) (Kai Hansen), Forever and One (Neverland) (Michael Kiske & Andi Deris), A Tale That Wasn't Right (Michael Kiske & Andi Deris), I Can (Andi Deris), Drum Solo (Dani Löble & Ingo 'Battle'), „Ingo Tribute“ (Videoscreen), Livin' Ain't No Crime/A Little Time (Michael Kiske), Why? (Michael Kiske & Andi Deris), Sole Survivor (Andi Deris), Power (Andi Deris), How Many Tears (Andi Deris, Michael… more )

Bonus 1: Invitation (ab Band), Eagle Fly Free (Michael Kiske), Keeper of the Seven Keys (Michael Kiske & Andi Deris)

Bonus 2: Future World (Michael Kiske), I Want Out (Michael Kiske & Andi Deris)

Outro

 

Photos/Text: Daniel Strub

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