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Von Siebziger Rock bis Metal – Gitarrenkunst mit Joe Satriani, John Petrucci & Uli Jon Roth alias G3

Mit 1750 Konzertbesucher war das Konzert von G3 am Mittwoch, 11. April 2018 im Volkshaus Zürich, praktisch ausverkauft und dies trotz (Konkurrenz)Veranstaltungen wie das Konzert von Metallica in Genf und Bob Dylan im Hallenstadion. Im Fokus stand die „6-String“ (gibt es auch mit 7 Saiten), aber in den Bands von Joe Satriani, John Petrucci und Uli Jon Roth gab es so viele Meister Ihres Fachs, dass man von drei Supergruppen sprechen konnte. Was wären all die Koryphäen ohne Begleitmusiker?!? Ab 19:30 Uhr gab es in drei Sets die Bands zu sehen und endete nach 30-minütiger Jam-Session der drei Hauptakteure um 23:00 Uhr. Jede Band hatte zischen 45 Minuten und einer Stunde Spielzeit. Bis auf ein paar normale Lichteffekte und einer Leinwand im Bühnenhintergrund lenkten keine besonderen Effekte oder Showelemente von der Musik ab.

Den Reigen eröffnete die Band um den ehemalige Scorpions-Gitarristen Uli Jon Roth. Der Düsseldorfer wurde begleitet von Sänger/Gitarrist Niklas Turmann, Corvin Bahn (Keys), David Klosinski (Git), Nico Deppisch am Bass und Schlagzeuger Michael Ehre. Mitte der 70er war Roth bei Scorpions dabei und da er gleich deren drei Lieder aus dieser Zeit spielte, lag ein starker Hauch aus dieser Zeit in der Luft – esoterisch, schamanisch. Dies wurde komplettiert durch sein Äusseres und dem Gitarrenschmuck. Artrock war in dieser Zeit sehr angesagt und hat mit den Scorps wie wir sie heute kennen nichts zu tun. Seinem kürzlich verstorbenen Bruder Zeno (1956 – 2018) widmete er We'll Burn the Sky. Den Gesang auf dieser Tour übernahm Niklas Turmann. Roth verzauberte das Publikum. Fast schon andächtig wie in der Kirche hörte man zu und applaudierte nach jedem Lied.

Als Zweiter war der John Petrucci an der Reihe. Der Dream Theater-Gitarrist hat eine starke Fan-Base, die sich lautstark bemerkbar machte und immer wieder für Jubelrufe und Zwischen-Applaus sorgten. Obwohl nur drei Musiker auf der Bühne standen kam das Set druckvoller als bei Roth über die Boxen – die Rhythmik Abteilung hatte es in sich! Passend dazu verkündete Petrucci: „We’re only three guys, but we make a lot of noise“. Der Auftritt von Petrucci mit seinem Bandkumpel Mike Mangini (Dream Theater; ohne üblichen Drum-Aufbau, sondern reduzierter Variante) und Bassist Dave LaRue (u.a. Flying Colors) war temporeich, äusserst präzis mit dem klaren Hang zum Progressive Metal. Entsprechend stieg die Stimmung im Publikum. Wenn Petrucci sich nicht gerade die Augen verkniff, war sein Blick häufig Richtung Fans gerichtet. Aus Songs von Suspended Animation (V.Ö. 2005), Cover-Song und neuerem Material bestand der Auftritt für G3. Insbesondere das folkig-angehauchte Glasgow Kiss gefiel mir besonders und anhand der Begeisterung auch dem Publikum.

Anknüpfen an die nun sehr gute Atmosphäre im Saal konnte Guitar-Hero Joe Satriani. Der Meister mit spaciger Sonnenbrille bat zu Hof. Bis auf den Drummer bestand seine Band aus denselben Musikern wie auf der Tour 2016, die wären Mike Keneally (Gitarrist; mit typischem Hut) und Bassist Bryan Beller. Auf der Position vom Schlagzeuger erledigte Joe Travers die Arbeit, die vor zwei Jahren Marco Minnemann machte. Wenn Keneally nicht gerade den zweiten Gitarren-Teil übernahm, spielte er Keyboard. Beller sorgte, neben seinem sehr agilen Auftreten, mit viel Gestik für Publikumsanimation. Satriani groovte wahnsinnig und tanzte regelrecht, an Stelle mit einer Dame, mit einer seiner insgesamt 6 verwendeten Gitarren. Es war die abwechslungsreichste Darbietung an diesem Abend. Melodie, Up-Tempo Rocker kreuzten sich mit funkigen, jazzigen Elementen. Satriani zeigte in der kurzen Zeit sehr viel aus seinem enormen Repertoire. Die Fans klatschten oft mit oder staunten teils ungläubig was „Satch“ mit einem Lächeln im Gesicht oder offenem Mund mit der Gitarre anstellte. Keiner der drei Protagonisten an diesem Abend setzte mehr sein Tremolo ein wie er. Die Song-Auswahl war sehr gut bis auf einen Punkt - auf Always With Me, Always With You hätte er verzichten können. Es war ein wenig ein Stimmungskiller. Mit Summer Song im Anschluss hat er dieses Manko jedoch rasch wieder wettgemacht.

Mit einer Jam-Session in Form von drei Coversongs verabschiedeten sich die drei Gitarristen kurz nach Elf vom Zürcher Publikum. Auch dabei entpuppte sich Niklas Turmann als guter Sänger um die Lieder von Deep Purple, Bob Dylan und Led Zeppelin zu interpretieren. Es war mein erstes G3-Konzert. Im Vorfeld hatte ich ein wenig den Verdacht es wäre zu viel „Gitarrengewichse“ (sorry für den vulgären Ausdruck) und Selbstdarstellung, aber die Show überzeugte und bot eine grosse Abwechslung. Ich bin sehr gerne dabei, wenn es wieder zu einer solchen Tour kommen sollte – Ihr hoffentlich auch?!?

 

Setliste Uli Jon Roth (Mi, 11.04.2018, Volkshaus Zürich):

Sky Overture, Sun in My Hand (Scorpions), We'll Burn the Sky (Scorpions), Air de Aranjuez (Cover Joaquín Rodrigo), Fly to the Rainbow (Scorpions), The Sails of Charon (Scorpions)

 

Setliste John Petrucci (Mi, 11.04.2018, Volkshaus Zürich):

Wrath of the Amazons (Cover Rupert Gregson-Williams), Jaws of Life, The Happy Song, Damage Control, Glassy-Eyed Zombies, Glasgow Kiss

 

Setliste Joe Satriani (Mi, 11.04.2018, Volkshaus Zürich):

Energy, Catbot, Satch Boogie, Cherry Blossoms, Thunder High on the Mountain, Super Funky Badass, Cataclysmic, Circles, Always With Me Always With You, Summer Song

 

Setliste G3-Jam (Mi, 11.04.2018, Volkshaus Zürich):

Highway Star (Cover Deep Purple), All Along the Watchtower (Cover Bob Dylan), Immigrant Song (Cover Led Zeppelin)

 

Photos/Text: Daniel Strub

Veranstalter: allblues Konzert AG

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