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Sons Of Apollo war grandios in Zürich – ein wahres Konzert-Highlight 2018

Ein in allen Belangen grossartiger Auftritt bescherte uns Fans das Konzert der amerikanischen Progressive Metaller von Sons Of Apollo. Die in vielen Magazinen und Szeneheften viel zitierte „Supergroup“ wurde dieser Umschreibung am Montag, 08.10.2018, im Komplex 457 in Zürich mehr als gerecht. Apollo, der griechische Gott der Musik und Poesie, würde nach diesem Auftritt die Band in den Olymp einladen um abzurocken! Als Support-Act war Dilemma dabei.

Der Abend begann mit einem Dilemma. Der Bandnamen verführt regelrecht mit diesem Satz zu beginnen. Pünktlich um 20:00 Uhr legte das britisch-niederländische Quintett bestehend aus Robin Z (Keys), Declan Burke (Vox, Git), Collin Leijenaar (Drums), Paul Crezee (Git) und Erik van der Vlis (Bass) los. Anhand der Liedstrukturen erinnert die Progressive Rock-Band stark an Pendragon oder Flying Colors. Live war es nicht über alle Zweifel erhaben, einzig den Schlagzeuger fand ich sehr gut. Die Band hat gute Ansätze, Tempi-Wechsel wie es sein muss, aber live bringen Sie es (noch) nicht so druckvoll rüber. Es fühlte sich wie ein auf und ab an. Mir hat das Überraschungsmoment gefehlt, denn von dem sollte der Progressive Rock leben. Entweder erinnerten mich Songs an andere oder man ahnte was kommen sollte. Ich muss mal das kommende Werk Random Acts Of Liberation (V.Ö.: 02.11.2018) reinziehen um abzuschätzen, ob es tatsächlich die Lieder selbst sind oder einfach live nicht so funktionierte am Montag. In Diskussion mit Kollegen während der Umbauphase kam das Thema Bühne zur Sprache. Einfach nur das kommende Albumcover mit Webseitenangabe etc. im Quadratformat hinter das Schlagzeug zu stellen wirkt nicht gut, dann sollte man lieber nichts hinstellen und hätte mehr Platz um sich zu entfalten. Dilemma spielte etwas mehr als 40 Minuten. Ich wurde leider nicht warm und hoffte nun auf den Headliner.

Die Erwartungen übertroffen hat der Hauptakt Sons Of Apollo und begeisterte während knapp 2 Stunden die Fans und Kritiker mit einer überzeugenden und qualitativ hochstehenden Show und Spielweise! Dieser Satz reicht eigentlich schon. Die rund 400 Konzertbesucher kamen in den Genuss einer 5-köpfigen Truppe, die sich sichtlich gut verstehen und Spielfreude pur umsetzen. Mich bekam das Gefühl, dass sich Jeff Scott Soto (Vox), Mike Portnoy (Drums), Derek Sherinian (Keys), Billy Sheehan (Bass) und Ron “Bumblefoot” Thal (Git) aus dem Sandkasten kennen würden und die Idee hatten zusammen zu musizieren „wenn Sie gross sind“. Ok, ist natürlich aus Altersgründen, geographischer Lage Ihrer Kindheit und Gründung der Band (2017) nicht möglich, aber umschreibt gut wie gross der gegenseitige Respekt zu sein scheint. Ob ein Lächeln im Gesicht, ein Schulterklopfen oder sich mit den Fäusten zu grüssen, all diese Gesten bekräftigten meinen Eindruck. Obwohl es diese Formation noch nicht sehr lange gibt spürt man den guten Zusammenhalt. Einzig aus Bands oder Projekten wie Dream Theater oder The Winery Dogs kennt man sich aus der Vergangenheit.

Nicht nur innerhalb der Band bereitete es Spass, auch zwischen Publikum und den Musikern herrschte eine tolle Atmosphäre. So überkam es Sänger Soto mit Gefühlsausbrüchen und riss sich zum Satz „We love you, i love you too“ hin oder gab bei einem witzigen Fan-Kommentar bei seinem Gesangs-Solo bei Queens‘The Prophet’s Song ein lustig gemeintes „Yeah, fucking asshole“ zurück. Es war ein herrliches Hin und her – die Band drückte ab, spielte präzis wie etwas, Soto sang auf den Punkt und das Publikum jubelte, sang mit, klatschte im Takt oder riss sich etliche Male zu Zwischenapplaus hin. Dies war mehr als angebracht bei dieser Vorstellung des Fünfers. Ob ein eigenes Lied gespielt wurde, ein Cover von Dream Theater, Queen und Van Halen toll umgesetzt wurde oder sie sich verspielt (Pink Pather Theme) oder vertrackt (Opus Maximus) performte, es war ein Genuss. Jeder der 5 Protagonisten erhielt Zeit für ein Solo (oder gar Soli), aber war trotz der Länge und Komplexität kein lethargisches Intermezzo wie man leider teilweise an anderen Konzerten erlebt. Auch waren Überraschungseffekte dabei, so konnte man sich an Bumblefoots’s mit Dioden-Lichter-bestückter Gitarre oder das Klingeln des Glöckchens an Portnoy’s Drum-Kit erfreuen. Wem dies noch nicht genug war, konnte sich an den zahlreichen Posen von Bumblefoot, Sheehan und Soto ergötzen. Ach, es war immer was los und es wurde nie langweilig. Viel zu schnell war es nach 23:00 Uhr und die Band verabschiedete sich nach dem Hammer-Song Coming Home von einem tollen, lautstarken und stimmgewaltigen („Yeah, Yeah“ bei Soto’s Solo) Publikum.

Allen Unkenrufen zur Lokalität Komplex 457 zum Trotz, der Sound und der Mix war sehr sehr gut an diesem Abend, ganz im Gegensatz zum Konzert von Europe/King King eine Woche zuvor in derselben Spielstätte. Bis auf ein paar Cymbals und Boxen versperrte nichts die Sicht auf die Musiker oder keine Video-Leinwand lenkte von der ausgezeichneten Musik und Show ab, nur ein Backdrop mit dem Album-Cover von Psychotic Symphony (V.Ö.: 20. Oktober 2017) prangte auf der Bühne im direkten Blickfeld.

Es war ein hervorragendes Konzert und alle Daheimgebliebenen sollten sich den Tour-Kalender ansehen um die Band doch noch zu erleben oder sich in den Allerwertesten beissen (lassen) dass Sie diese Show verpasst haben! Es ist zu hoffen, dass dieses Quintett die Spielfreude bewahren kann, das Duo Portnoy/Sherinian weiter solche Hammerlieder produziert, weitermachen wird und wieder in die Schweiz zurückkehrt.

 

Setliste Sons Of Apollo (Mo, 08.10.2018, Komplex 457, Zürich):

Intro (ab Band): Intruder (Van Halen)

God of the Sun, Signs of the Time, Divine Addiction, Just Let Me Breathe (Dream Theater), Labyrinth, Bass Solo, Lost in Oblivion, The Prophet’s Song (Queen), Save Me (Queen), Alive, The Pink Panther Theme (Henry Mancini), Opus Maximus, Keyboard Solo, Lines in the Sand (Dream Theater)

Bonus: And the Cradle Will Rock (Van Halen), Coming Home

Outro (ab Band): Happy Trails (Roy Rogers)

 

Text/Photos: Daniel Strub

Veranstalter: Good News

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