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Stadion-Metal at it’s best 

 

Im Vorfeld konnten nur wenige Metallica-Fans etwas mit dem Namen Bokassa anfangen. Es soll sich angeblich um eine aktuelle Lieblingsband von Lars Ulrich handeln und sie werden als „Stonerpunker“ bezeichnet. Zwar hatte das Trio nur einen schmalen Streifen der riesigen Bühne zur Verfügung und zu so früher Stunde war der Letzigrund auch noch nicht mal halb voll. Trotzdem muss es für die Norweger riesig sein, sich so vielen neuen Leuten präsentieren zu können. Aber im kleinen Club funktioniert ihre Show wahrscheinlich besser.

Ghost dagegen haben schon eine ziemlich grosse Fanbase und ihre Live-Qualitäten auch schon in der Schweiz bewiesen. Ein bisschen Pyro, ein bisschen Lichtshow und natürlich die Verkleidungen sind grundsätzlich gute Zutaten für eine geile Show. Funktioniert nur leider bei Tageslicht überhaupt nicht. Die tollen Songs konnte die Sonne zwar nicht kaputt machen, aber trotzdem kam nicht halb so viel rüber wie etwa bei dem unvergesslichen Konzert im Volkshaus vor zwei Jahren. 

Als dann endlich der AC/DC-Klassiker „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)“ ertönte, konnte die Party beginnen. Er ist das untrügliche Zeichen dafür, dass die Metallica-Show gleich beginnt. Dann noch das obligate Morricone-Intro „Ecstasy Of Gold“ mit den passenden Szenen aus dem Western-Klassiker „The Good, The Bad And The Ugly“. Das hat zwar keinen Text, die Leute sangen aber trotzdem freudig mit. Zum eigenen Intro („Hardwired“) enterte die Band die Bühne und startete mit ebendiesem Song, gefolgt von „The Memory Remains“, bei dem sich James Hetfield als Chor-Dirigent betätigte. Danach fragte er, ob jemand Bock auf „old stuff“ hatte, was natürlich lauthals bejaht wurde. „Disposable Heroes“ war dann die erste Abrissbirne, die vor allem Old-School-Fans (aber nicht nur) in Entzücken versetzte. Nach „The Thing That Should Not Be“ (ebenfalls von „Master Of Puppets“, 1986) und „The Unforgiven“ (von „Metallica“, 1991) kehrten die Kalifornier wieder in die Gegenwart zurück und spielten zwei Songs vom aktuellen Album „Hardwired…To Self-Destruct“, mit dem sie sich seit einiger Zeit auf „WorldWired“-Tour rund um den Globus befinden. Volle Stadien allenthalben zeugen davon, dass sich die Band noch lange nicht zur Ruhe setzen sollte. Auch der Letzigrund war mit gegen 50’000 Leuten quasi ausverkauft, auch wenn am Freitag selber noch letzte Tickets zu haben gewesen waren. 

Es ging weiter mit „Sad But True“ und „No Leaf Clover“ (vom Album mit dem San Francisco Symphony Orchestra). Danach war es Zeit für „lokale Folklore“. Rob Trujillo spielt in jedem Land ein Stück eines einheimischen Stars, begleitet von Kirk Hammett. Während man nach „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Rock Me Amadeus“ (Deutschland und Österreich, 2018) vielleicht auf DJ BoBo oder Polo Hofer getippt hätte, war für Metallica wahrscheinlich schon früh klar, dass sie in der Schweiz unbedingt Celtic Frost huldigen mussten. Wie schon letzten April in Genf spielten sie daher einen Song der Kult-Band, was aber beim Letzigrund-Publikum nicht wirklich gut ankam, kennen doch längst nicht alle diese Vorreiter der Metal-Szene und ihren immensen Einfluss auf diverse Bands. Danach durften Rob und Kirk noch ein bisschen ihre Solo-Qualitäten zeigen. Bei Robs Part wurden Live-Aufnahmen von Cliff Burton gezeigt. Nun, da es dunkel geworden war, kam die riesige Leinwand erst richtig zur Geltung. Visuell wurde einiges geboten und die Pyrotechniker hatten ebenfalls viel zu tun. Zum Sound lässt sich sagen, dass er okay war. Im Stadion muss man einfach ein paar Abstriche machen gegenüber der Album-Qualität. Und in den ersten Reihen mussten bestimmt einige Trommelfelle dran glauben. (Klammerbemerkung: Im Vorfeld sagte der Stadionspeaker, der Veranstalter bemühe sich, die 100-DB-Grenze einzuhalten, jedoch könne es bei Metallica „durchaus auch mal lauter werden“.)

Nach „Frantic“, einem Song, der auch bei vielen „St. Anger“-Skeptikern akzeptiert ist, folgte ein wahres Feuerwerk zum Schluss. Es begann (auch optisch und temperaturmässig spürbar) mit „One“, das ja inhaltlich eine wahre Steilvorlage für viel Feuer und Raketen bietet. Bei „Master Of Puppets“ und „For Whom The Bell Tolls“ gab es kein Halten mehr im Publikum, überall nur fröhliche Gesichter und ausgelassene Stimmung. Die Band hatte ebenfalls sichtlich Spass an ihrer Show, wenn auch die Sprüche seit Jahren immer wieder die gleichen sind. Es folgten „Creeping Death“ und zum Abschluss „Seek And Destroy“, was die Meute vollends zu Ekstase brachte. 

Ein Zugabenblock war Pflicht, der nach „Lords Of Summer“ auch noch die obligaten Hits „Nothing Else Matters“ und „Enter Sandman“ beinhaltete, ohne die es wohl kaum ein Metallica-Konzert gibt. Gut gelaunt blieben die Musiker danach noch ein bisschen auf der Bühne, bedankten sich, warfen Hände voller Plektren in die Menge und Lars musste natürlich noch (wie schon letzten April in Genf) die Story erzählen, wie sie 1984 zum ersten Mal in Europa gespielt hatten: Als Vorband von Venom im Zürcher Volkshaus. Zwar war damals sicher kaum jemand dabei, der an diesem Abend auch im Letzigrund war: Entweder wurde man erst danach geboren oder man beisst sich heute noch in den Arsch, weil man in jenem Februar noch nicht wusste, was das für eine Band ist. Oder man wirft Metallica Ausverkauf vor. Für Thrash-Puristen mag das stimmen - aber auch sie hätten am Freitag ihre helle Freude an den alten Hits gehabt, die nichts von ihrer Brillanz verloren haben. Zwar gibt es bei dieser Bands noch viele gute Songs, die sich der eine oder andere gewünscht hätte, doch insgesamt war es ein grossartiges Konzert. 

  

Text & Bilder: Leandra Jordi

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Metallica im Letzigrund (10.5.2019)
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